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Die Porsche Holding geht eine Kooperation mit der oberösterreichischen Kreisel Electric ein und vertreibt künftig deren Schnellladestationen für Elektrofahrzeuge. Ziel ist der Aufbau einer Infrastruktur, mit der auch künftige Elektro-Autos mit einer Reichweite von 600 Kilometern und entsprechend starker Batterie innerhalb von 20 Minuten aufgeladen werden können.

Zum Auftakt der Vienna Autoshow hat Porsche Austria GmbH & Co OG/Salzburg bekanntgegeben, sich die Vertriebsrechte für Stromspeichertechnik der Kreisel Electric GmbH/Freistadt gesichert zu haben. Die Schnellladestationen von Kreisel ermöglichen bis zu 320 kW und verfügen über einen Speicher von 92 kWh. Sie erlauben, vor Ort nachhaltig Energie zu gewinnen, zu speichern und lokal abzugeben. Die Allmobil GmbH, Tochtergesellschaft der Porsche Holding GmbH/Salzburg, vertreibt die Kreisel-Speicher-Schnellladestationen, die bereits auf die hohe Stromaufnahme des VW I.D. zielen, sowie die Mavero-Heimladestation von Kreisel. Zielgruppen der für alle Zwecke der lokalen Stromversorgung nutzbaren Ladesäulen sind auch andere Automobilmarken und öffentliche Einrichtungen. Produziert werde dann aufgrund der Aufträge in der derzeit entstehenden neuen Fabrik von Kreisel. Die Montage beim Kunden übemehmen Kreisel oder lokale konzessionierte Elektroinstallateure.

Integrierter Puffer-Speicher ermöglicht hohe Ladeleistung

Klarer Vorteil des Kreisel Power Charger ist die Möglichkeit Energie langsam zu speichern und im Bedarfsfall extrem schnell abzugeben. Die Kreisel Ladestation beinhaltet einen Stromspeicher auf Basis des MAVERO mit einer Kapazität von bis zu 92 kWh, womit drei VW eGolf nacheinander schnell-geladen werden können. Dadurch stellt eine Ladeleistung von 320 kW (850V, 400A) kein Problem dar und Elektrofahrzeuge können damit binnen 20 Minuten geladen werden. Geladen wird der Kreisel Power Charger zum Beispiel über eine Photovoltaik-Anlage oder auch rascher durch den 44 kW Netzanschluss. Durch die intelligente Steuerung ist eine Verwendung von über 30 Jahren realistisch. Zukünftig wird der Kreisel Power Charger an vielen Parkplätzen österreichweit zur Verfügung stehen.

„Wir möchten mittelfristig 30 Porsche Inter Auto-Betriebe in Österreich mit Schnellladestationen mit integriertem Speichersystem von Kreisel ausstatten und mittels Photovoltaik-Technologie betreiben.“
Alain Favey, Sprecher der Geschäftsführung der Porsche Holding Salzburg

Bereits großes Interesse an Ladeinfrastruktur

Preislich wird die Ladestation in einem ähnlichen Bereich sein, wie vergleichbare Ladestationen, die jedoch ohne Speicher auskommen.  Dank der Pufferung mit dem gespeicherten Strom und einer Ladeleistung bis zu 320 kW sollen die Ladezeiten von lediglich 20 Minuten möglich werden, wobei Porsche und Kreisel davon ausgehen, dass sich die Batteriekapazitäten in den nächsten Jahren verdoppeln werden – von 35,8 kWh beim aktuellen E-Golf mit 300 km Reichweite (unter Idealbedingungen) auf etwa 80 kWh für absehbare Modelle mit 600 km Reichweite.

Die ersten Schnellladestationen mit Batteriespeicher werden voraussichtlich ab Mitte 2017 errichtet. Die Vorbestellungen laufen bereits. Zielgruppe sind grundsätzlich alle Interessierten, nicht nur Firmen der VW-Gruppe. Jedenfalls hätten viele Partner schon großes Interesse an der Kreisel-Entwicklung gezeigt, Favey geht davon aus, dass wohl 100 Händler des Konzerns so eine Station installieren könnten – öffentlich zugänglich. Für den Strom werde man zahlen müssen. Bei Energiekosten von zwei Cent je Kilometer sei dies aber immer noch sehr günstig verglichen mit Benzin oder Diesel. Die Stationen werden auch über die drei gängigen Anschlüsse für E-Tankstellen verfügen, so Kreisel.

„Unser Ziel ist die Demokratisierung der e-Mobilität und ein nachhaltiges System der e-Infrastruktur anzulegen. Es ist unsere Vision, dass unsere Mitarbeiter völlig energieneutral und mit nachhaltig erzeugter Energie in e-Fahrzeugen von und zur Arbeit fahren. Hier wollen wir Vorbild sein. Wir freuen uns natürlich, wenn viele Unternehmen, nicht nur aus der Autobranche, uns folgen und sich dieser Bewegung anschließen.“
Wilfried Weitgasser, Geschäftsführer der Porsche Austria und Porsche Konstruktionen sowie Chief Digital Officer

Laden, speichern und extrem schnell entladen

Kreisel hebt hervor, dass die Ladestationen Strom langsam aufnehmen können, etwa aus Photovoltaikanlagen, ihn aber dann sehr rasch abgeben. Bei einem entsprechend starken Netzanschluss (44 kW sind vorgesehen) könne die Station auch rasch aufgeladen werden. Moderne von Elektronik gepflegte Batterien würden auch nicht mehr so schnell kaputt, Kreisel geht davon aus, dass eine Verwendung über rund 30 Jahre realistisch sei – und auch dann werde eher die Elektronik ausfallen, als die Speicherkapazität selber.

20 Minuten Ladezeit mögen manchen heute lange erscheinen und in der Stadt scheine der Zugang zu Ladestationen ein Problem zu sein, räumt Kreisel ein. Er geht aber davon aus, dass bald Supermärkte Ladestationen aufbauen werden, wo man sein Fahrzeug beim Einkauf anhängen kann. Da Batterien ohnehin nicht entleert, sondern immer wieder rasch aufgeladen werden sollten, werde man sich umstellen und „nebenbei“ die Batterie auffüllen. Bei Handys sei am Anfang mit Standby-Zeiten von einer Woche geworben worden, heute gehe man selbstverständlich davon aus, dass sie täglich oder sogar häufiger aufgeladen werden müssen, vergleicht Kreisel.

„Kreisel Electric ist stolz, mit einem so erfolgreichen und erfahrenen Unternehmen wie der Porsche Holding Salzburg zusammen zu arbeiten. Die Porsche Holding Salzburg hat sehr viel Kompetenz und Erfahrung im Vertrieb und ist damit ein idealer Vertriebspartner für die Kreisel Electric Produktlösungen. Der Markt für erneuerbare Energielösungen ist noch sehr jung und wird in den nächsten Jahren stark wachsen. Deswegen ist ein innovativer und starker Vertriebspartner für uns wichtig, ein Partner, der bereit ist, entsprechend zu agieren, die nötigen Strukturen aufzubauen und Kunden Sicherheit und Vertrauen zu schenken.“
Markus Kreisel, Kreisel Electric GmbH

Individuelle Großspeicher-Lösungen von Kreisel

Mit MAVERO bietet Kreisel einen hervorragenden Energiespeicher für den Heimgebrauch, mit Kapazitäten von 8-22 kWh und Lade-/Entladeleistungen von 4,8 kW bis 9,6 kW. Großspeicher-Systeme auf Basis von MAVERO sind in Vorbereitung. Mit der Kooperation mit Porsche/Allmobil sollen beliebig skalierbare Gesamtlösungen (bestehend aus Batterie und Management-Software) entstehen, deren Speichergröße in Größe und Leistung individuell auf den Kunden angepasst werden kann. Netzanschluss, Dimensionen und Software können optimal auf die jeweilige Verwendung angepasst werden und so z.B. Lastspitzen in Fabriken abfangen oder als Backup-Power herhalten.

Über die Kreisel Electric GmbH

Das Unternehmen wurde von den Brüdern Philipp, Johann und Markus Kreisel 2014 als unabhängiges Start-up mit solidem, technischen Know-how und viel Leidenschaft gegründet. Die Innovation, ein supereffizientes und leistungsstarkes Lithium-Ionen-Batteriesystem, wird erfolgreich in Elektroautos zum Einsatz gebracht. Das Unternehmen mit Hauptsitz im Oberösterreichischen Freistadt beschäftigte zum Jahresende 2016 mehr als 40 Mitarbeiter.

Über die Porsche Holding Salzburg

Die Porsche Holding Salzburg ist das größte und erfolgreichste Automobilhandelshaus Europas. Das Salzburger Handelsunternehmen wurde 1949 gegründet und ist heute in 22 Ländern in West- und Südosteuropa sowie in China, Südamerika (Kolumbien und Chile) und Malaysia tätig. Seit 1. März 2011 ist die Porsche Holding Salzburg eine 100-Prozent-Tochter der Volkswagen AG.

Fotos: Christian Houdek für Porsche Holding und Volker Adamietz von Elektroautor.com

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Markus Kreisel

Über Markus Kreisel

Markus, der mittlere der drei Kreisel Brüder war schon in frühen Jahren von der Idee beseelt die Mobilität im Straßenverkehr effizienter und umweltfreundlicher zu gestalten. Sein täglicher Anfahrtsweg zum elterlichen Betrieb durch eine schöne Naturlandschaft ließ bald Ambitionen heranreifen die Emission so gering wie nur möglich zu halten, ohne auf Fahrspaß und Dynamik verzichten zu müssen.

12 Kommentare

  • Stefan Hönig sagt:

    Richtiger und wichtiger Schritt in die Zukunft. Hoffentlich bleibt die Firma lange Zeit unabhängig.

  • Peter Gschnitzer sagt:

    Nur weiter so, ich fahre zur Zeit den BMW i3 (94 Ah). Möchte nie mehr zurück auf Diesel und Benzinautos oder Gasautos.
    Gruß Peter Geschnitzter

  • Linner Christoph sagt:

    Super Entwicklung!
    Das ein Weltkonzern ein österreichisches Unternehmen hinzugefügt ist echt toll und macht mich sehr stolz !
    Wie gesagt ich könnte einen Opel Ampera zur Verfügung stellen um zu schauen was man da so rausholen kann ! Währe ein tolles Projekt zu sehen was da möglich ist .

  • Adolf Seifried sagt:

    Gratulation!
    Ein weiterer Schritt in die absolut richtige Richtung. Wenn in den fernen USA bereits über die die Brüder Kreisel berichtet wird so macht mich das als technisch affinen Oberösterreicher sehr stolz. Ich wünsche Euch alles Gute und viele technische Errungenschaften.

    Liebe Grüße
    Seifried Adolf

  • Schobesberger Alfred sagt:

    Bekomme ende Mai den neuen E-Golf ,schade das eure Batterie nicht zum Einsatz kommt!

  • Peter Panfrieder sagt:

    Tolle Entwicklung von Euch als Firma, weiter so!
    Ich habe bereits eine PV Anlage mit einem Fronius Hybrid Wechselrichter.
    Wir Euer Lademanagement auch mit Fronius funktionieren?

    Danke und alles Gute weiterhin!
    Peter Panfrieder

  • Timur sagt:

    Hallo, danke für das, was Sie haben.

  • Danke für euer Engagement – hoffentlich verleiht Kreisel Wiener Neustadt zur Landesausstellung 2019 „Flügel“ (Thema: Füsse – Felgen – Flügel)
    Andreas Otahal – Obmann Energie-Forum (www.energie-forum.at)

  • TomReb sagt:

    Welche Serien E-Autos haben Kreisel Batterietechnologie integriert bzw. werden mit Kreisel Batterietechnologie gebaut werden?
    Gratulation zu euren Innovationen. Weiter so.

  • Josef Wittek sagt:

    Schade, das es momentan keine Möglichkeit gibt, die Akkuleistung eines bestehenden E-car mit eurem Akku zu vergrößern!

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